Mit der Verabschiedung der Verordnung RT 2020, die bald die 2025 durch eine erste Verschärfungsphase aktualisiert wird, versuchen die Baustellen, ihren CO₂-Fußabdruckzu verringern. Nach den Erfahrungswerten des E+C-Observatoriummachen die Bau- und Abbruchphasen eines Gebäudes 60 bis 90 % seines CO₂-Fußabdrucks aus (Prävention im Bauwesen). Die RE 2020 schreibt jedoch schrittweise Reduzierungen der CO₂-Emissionen für die Jahre 2025, 2028 und 2031 vor. Die Obergrenzen für die Emissionen von Treibhausgase (THG) müssen für die erste, verschärfte Stufe im Jahr 2025 um 15 % sinken. Somit ist derKohlenstoffindex (KI) eines Bauvorhabens eines Einfamilienhauses sinkt von 640 auf 530 kg CO₂/m². Bei Mehrfamilienhäusern sinkt derselbe Index von 7740 auf 650 kg CO₂/m² (Architekten).
Wie kann man zukünftige Eigentümer und Mieter hinsichtlich der Energieeffizienz ihres neuen oder ihres alten, gerade renovierten Gebäudes überzeugen? Wie kann mandas BBCA-Zertifikat (kohlenstoffarmes Gebäude) zu erhalten?
Bei einem Bau- oder Sanierungsprojekt für ein Gebäude basiert das BBCA-Gütesiegel auf der Berechnung von drei wichtigen Kennzahlen:
Das Ziel des Bauvorhabens bleibt unverändert (die Verringerung desCO₂-Fußabdruck des Gebäudes), doch die Bewertungsmodalitäten unterscheiden sich je nach Projektart. Die Berechnungsmethoden und Emissionsgrenzwerte unterscheiden sich zwischen Neubau und Sanierung. Hier folgt eine vergleichende Analyse der drei Schlüsselindikatoren, die die Version 4.1 des BBCA-Labels für Neubauten und der Version 1.1 des BBCA-Zertifikats für Sanierungen.
Der BBCA-Ansatz stützt sich zusätzlich zu den Anforderungen der RE2020 auf eigene Referenzrahmen. DerCO₂-Indikator für Neubauten (IC Construction BBCA) wird auf der Grundlage der Referenzfläche (Sréf) berechnet. Die Treibhausgasemissionen (Eges) für Bauprodukte und Ausstattungsgegenstände (PCE) werden bei Sanierungen auf Basis der Grundfläche (SdP) berechnet. Diese SdP ist inArtikel R111-22 des Stadtplanungsgesetzdefiniert. Die Berechnungen basieren auf der vereinfachten Ökobilanz-Methodik (Ökobilanz).
DerDer CO₂-Indikator (IC) eines Bauwerks entspricht der Summe der CO₂-Belastung der Bauteile und der Bautätigkeit auf der Baustelle. Die Bauteile werden in 13 Gruppen bewertet, die gemäß der Tabelle 5.2 in Anhang II des Erlasses vom 4. August 2021definiert. Von der RE 2020 (Pleiades, ClimaWin usw.) modellieren jede Gruppe anhand von Mengenaufstellungen (wie den DPGF) oder Daten des INIES. Diese Tools arbeiten interoperabel mit dem BIM-Modell des Gebäudes (Quelle: Regierung).
Die nationale Datenbank zu den Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Bauprodukten (INIES) bündelt die Umwelt- und Gesundheitsdatenblätter (FDES). Diese fassen verschiedene Merkmale eines Bauprodukts zusammen, wie beispielsweise seine Rohstoffe, seine Lebensdauer, seine Umweltqualität usw. Ihr Ziel ist es, die Umweltauswirkungen des Produkts oder des Gebäudes durch die Durchführung einer Lebenszyklusanalyse (Ökobilanz) zu bewerten.
Diese Datenblätter können individuell oder kollektiv sein, wobei jedoch die individuellen Datenblätter Vorrang vor den kollektiven haben, wenn es darum geht, die CO₂-Bilanz des Gebäudes zu modellieren. Eine Standard-Umweltdatenwert (DED) wird in der Projektumsetzungsphase in den folgenden beiden Fällen verwendet:
Es gibt Anpassungen (Mi) , wenn für das Bauprodukt keine FDES vorliegt oder wenn das Projekt besonderen Auflagen unterliegt (instabiler Boden, städtebauliche Vorgaben). Sie betreffen bestimmte Gebäudetypen (Grund- und Sekundarschulen, Büros), Parkflächen, Außenanlagen (Balkone, Loggien) oder Spezialfundamente. Sie fallen unter die RE2020, werden jedoch lediglich bei der Ökobilanzberechnung berücksichtigt.
Die Aktivitäten auf der Baustelle werden ebenfalls nach der RE2020-Methode berechnet. Die CO₂-Auswirkungen werden anhand von drei Hauptparametern gemessen:
Die Treibhausgasemissionen (Eges) werden für 13 Produktgruppen von Bauprodukten und Ausstattungsgegenständen (PCE) im Zusammenhang mit der Sanierung berechnet. Für jeden Gebäudetyp (Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude, Hotels) gibt es für jeden dieser Produkt- und Ausstattungsbereiche einen eigenen Referenz-Eges-Indikator. Bei neuen Produkten oder Ausstattungselementen hängt die Berechnung des Eges-Indikators von der Art der Sanierung (umfassend oder thermisch) ab, ebenso wie die Höchstwerte:
Auch andere Arten von Bauprodukten und Ausrüstungsgegenständen, die im Rahmen des Sanierungsprojekts zum Einsatz kommen, fließen in die Berechnung des Eges. Sie können entweder beibehalten oder abgeschrieben werden. Bei letzteren wird dieCO₂-Bilanz gleich Null, wenn die Produkte vor Ort oder bei einem Drittprojekt wiederverwendet werden.
Die individuellen oder kollektive FDES fließen in die Modellierung der Ökobilanz (LCA) ein. Im Gegensatz zum Bauwesen werden jedoch die Maßnahmen zum selektiven Rückbau, zur Wiederverwendung, zur Wiederverwertung und zur Abfallbewirtschaftung (MDEGD) die DED. Dieser Indikator vergibt Punkte für Baustellen, die sich bemühen, Materialien zu trennen, sie wiederzuverwenden und die während der Arbeiten anfallenden Abfälle verwertbar zu machen.
Schließlich erfasst die EGES die Auswirkungen der Sanierungsarbeiten anhand derselben Parameter wie beim Neubau: Energie, Wasser und entsorgte Abfälle. Ein weiterer Faktor fließt in die Berechnung ein, nämlich die abgetragene und die für die Erdarbeitenhinzugefügt. Unabhängig von der Art des Gebäudes gilt der darf der Höchstwert dieses EGES-Wertes für die Baustelle darf 1,5 % des Höchstwerts des EGES für Gebäude, die einer thermischen Sanierung unterzogen werden, nicht überschreiten. Für eine umfassende Sanierung gelten folgende Obergrenzen:
Für das Bau-Label wird der CO₂-Gehalt der Energien mithilfe desIC-Energiegemessen, wobei die Berechnungsmethode auf der RE2020-Methode basiert. In den folgenden Fällen gelten jedoch einige Besonderheiten:
Für das Sanierungslabel gelten dieselben Bedingungen, die Berechnung erfolgt jedoch auf der Grundlage des Eges-Energiewerts. Die Höchstwerte werden für eine Lebensdauer von 50 Jahren festgelegt, je nach Gebäudetyp und Art der Sanierung. Bei Hotels mit Schwimmbad oder Wellnessbereichkann der Energieverbrauch dieser Anlagen vom Gesamtverbrauch der Betriebe abgezogen werden.
Um in diesem Bereich Punkte zu erzielen (maximal 10), gelten für das Bau- und das Sanierungslabel dieselben Maßnahmen:
Das BBCA Construction-Label bietet zusätzliche Maßnahmen zurkontrollierten Betrieb. Bei Dienstleistungsgebäuden oder Wohngebäuden wird 1 Punkt für die Durchführung einer Inbetriebnahme und die Sensibilisierung der Nutzer vergeben. Diese Praktiken werden durch Maßnahmen wie die folgenden umgesetzt:
Für den tertiären Sektor ist die Durchführung einer dynamischen Energiesimulation (SED) eine zusätzliche Voraussetzung für den Erhalt des Punktes „Klima-Innovation“.
Alle oben beschriebenen Indikatoren werden addiert, um den BBCA-Wert wie folgt ermittelt:
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BBCA-Bewertung für den Bau |
BBCA-Bewertung für Renovierungen |
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= [IC (Maximalprojekt) – IC (Projekt)] / 10 + Punkte für Klimainnovation
Der Projekt-IC entspricht der Summe aus dem IC (Bau), dem IC (Energie) und dem Wasserverbrauchsfaktor. Die Höchstwerte der einzelnen Indikatoren sind im Abschnitt „Voraussetzungen für die Vergabe des BBCA-Labels“ aufgeführt. |
= [Eges (Maximalprojekt) – Eges (Projekt)] / 10 + Punkte für Klimainnovation
Der Eges-Projektwert entspricht der Summe aus dem Eges-Wert (Bauprodukte und Ausrüstung), dem Eges-Wert (nicht abgeschriebene Bauprodukte und Ausrüstung), dem Eges-Wert (Energie), dem Eges-Wert (Baustelle) und dem Eges-Wert (Wasser). Die Höchstwerte der einzelnen Indikatoren sind im Abschnitt „Voraussetzungen für die Vergabe des BBCA-Gütesiegels“ aufgeführt. |
Ihr Gebäude fällt in eine der drei Leistungsklassen:
Diese Stufen werden während der Planungsphase vorläufig zugewiesen und erst in der Ausführungsphase endgültig festgelegt.
Das BBCA-Gütesiegel erhalten ermöglicht es Bauherren, Bauträgern oder Vermietern, ihr Engagement für den Klimaschutz hervorzuheben. Dank einer strengen Lebenszyklusanalyse (LCA) und differenzierten Indikatoren geht dieses Gütesiegel über die Anforderungen der RE2020 hinaus. Um den Anforderungen der RE2025 vorzugreifen, muss ein hohes Leistungs- und Qualitätsniveau angestrebt werden. So stärken Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit und Ihre Attraktivität gegenüber Investoren, Kommunen oder Nutzern.
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